Fachtag familiensnacks live! – Wenn Engagement Räume öffnet
Ansprechpersonen
Christine Falk
Nicola Nitz
Mit großem Engagement – für Familien, für Kirche, für Zukunft
Was familiensnacks auszeichnet, zeigte sich vor allem im Engagement der Beteiligten: Haupt- und Ehrenamtliche, Referierende und Praktiker:innen brachten ihre Erfahrungen, ihre Offenheit und ihre Begeisterung ein. Ob im Gallery Walk, in den Workshops oder in den Gesprächen zwischendurch – überall war der gemeinsame Wunsch nach einer familienfreundlichen und lebensnahen Kirche spürbar.
Einen tragfähigen Orientierungsrahmen bot der Impuls von Dr. Lena Nogossek-Raithel, Referentin im Bereich Bildung der EKD. Mit den Orientierungslinien „Mit Familien für Familien“ von EKD und Diakonie Deutschland stellte sie einen Kompass für kirchliches und diakonisches Engagement vor: familienorientiert, vernetzt und nah an den Lebenswirklichkeiten von Familien.
Viele der vorgestellten Beiträge wuchsen unmittelbar aus der Praxis vor Ort: erprobt, weiterentwickelt und kontinuierlich angepasst. Gerade darin lag eine besondere Stärke des Tages: Familienarbeit wurde nicht als fertiges Konzept präsentiert, sondern als gemeinsamer Lernweg sichtbar.
Vielfalt sichtbar machen – gemeinsam lernen
Der Gallery Walk eröffnete einen lebendigen Überblick über die Bandbreite von familiensnacks: vom Familienbrunch in der Kita über Elternbriefe mit religiösen Impulsen, kreative Begegnungsformate, Spielplatzstrolche oder Babycafés bis hin zu Kirche-Kunterbunt-Formaten, Stationenwegen und Projekttagen. Die Vielfalt lud dazu ein, sich inspirieren zu lassen, nachzufragen und eigene Ideen weiterzudenken.
Der Austausch blieb dabei nicht bei guten Beispielen stehen. Viele Teilnehmende nutzten die Gelegenheit, eigene Erfahrungen einzubringen und erste Schritte für eine Umsetzung im eigenen Arbeitsfeld zu entwickeln.
Engagement, das ansteckt
Auch in den Workshops wurde deutlich: familiensnacks lebt von Menschen, die Kirche als beweglichen und entwicklungsfähigen Raum verstehen. Die Themen reichten von Zugängen zur Familienarbeit über Impulse aus der Jugendarbeit und die Weiterentwicklung von Eltern-Kind-Gruppen über Gemeindegrenzen hinweg bis hin zu kreativen Formaten wie dem Wimmelbuch der Kirche Kunterbunt oder religiösen Projekttagen in Teams.
So entstand eine ermutigende Stimmung: Jeder Schritt zählt. Entwicklung darf wachsen. Entscheidend ist das Dranbleiben – mit Herz, Haltung und Freude an gemeinsamer Gestaltung.
Ein Tag mit Wirkung über den Moment hinaus
Der Fachtag „familiensnacks live!“ zeigte, was möglich wird, wenn viele ihr Engagement bündeln: neue Ideen, gestärkte Netzwerke und ein gemeinsamer Blick nach vorn. Die große Beteiligung und die intensive Mitwirkung machten deutlich: familiensnacks ist ein wachsender Möglichkeitsraum mehr als eine Sammlung guter Ideen. Es ist ein wachsendes Netzwerk für familienorientierte Kirche – getragen von Menschen, die ausprobieren, teilen, voneinander lernen und Familienarbeit gemeinsam weiterentwickeln.
Familien brauchen Orte, an denen sie sich nicht anpassen müssen
Interview mit Dr. Lena Nogossek-Raithel, Referentin im Bereich Bildung der EKD, Netzwerke Familie leben
Wenn Sie auf den Fachtag familiensnacks zurückblicken: Welche Haltung zum Engagement mit Familien war für Sie an diesem Tag besonders spürbar – und warum ist genau diese Haltung für eine familienorientierte Kirche wichtig?
Besonders spürbar war für mich an diesem Tag die Offenheit im Miteinander. Schon in den ersten Gesprächen zeigte sich ein ehrliches Interesse aneinander, an den Ideen und Projekten der anderen. Dabei spielte es keine Rolle, ob jemand aus einer Familienbildungsstätte oder aus dem Bereich Kirche Kunterbunt kam – entscheidend war die gemeinsame Ausrichtung.
Genau diese Offenheit ist für eine familienorientierte Kirche essenziell. Familien brauchen Orte, an die sie sich wenden können, ohne das Gefühl zu haben, sich anpassen zu müssen. Kirche sollte ein Raum sein, in dem sich Familien willkommen fühlen – mit all dem, was ihren Alltag unaufgeräumt und chaotisch macht.
Im Gallery Walk und in den Workshops wurden viele Ideen direkt aus der Praxis vor Ort vorgestellt. Welche dieser Erfahrungen zeigen aus Ihrer Sicht besonders gut, wie Familienarbeit auch in unterschiedlichen Gemeinden, Einrichtungen oder Regionen gelingen kann?
Besonders eindrücklich war für mich der Blick in den Sozialraum und der Mut, auch einmal zu scheitern. Familienarbeit kann nicht überall gleich funktionieren, denn Familien und ihre Lebensrealitäten sind genauso unterschiedlich wie Gemeinden, Einrichtungen und Regionen.
Deshalb lohnt es sich, bevor neue Projekte gestartet werden, zunächst über die eigenen Wände hinauszuschauen: Welche Familien leben eigentlich vor Ort? Welche Bedürfnisse haben sie? Welche Angebote gibt es bereits? Erst auf dieser Grundlage lässt sich einschätzen, ob und wie eine Idee wirklich tragen kann.
Gelingende Familienarbeit braucht dann die Bereitschaft, Dinge auszuprobieren, anzupassen und gemeinsam mit anderen neue Wege zu gehen. Vielleicht gibt es im Sozialraum auch Kooperationen, die bisher noch ungenutzt sind? Besonders wichtig finde ich dabei, Familien selbst mitreden zu lassen und mit ihnen im Gespräch zu bleiben. So entsteht Arbeit, die nah an ihrem Alltag ist und wirklich unterstützt.
familiensnacks.de versteht sich als wachsender Möglichkeitsraum. Welche Impulse aus diesem Fachtag nehmen Sie aus Ihrer EKD-Perspektive mit, wenn es um die Weiterentwicklung von Familienarbeit geht?
familiensnacks.de zeigt sehr anschaulich, wie viel Gemeinsames und Inspirierendes entdeckt werden kann, wenn wir einmal bewusst über die Grenzen unserer eigenen Handlungsfelder hinausschauen.
Zum einen ganz konkret vor Ort: Der Blick in andere Bereiche gelingt hier niedrigschwellig und unkompliziert. Auf einen Blick wird sichtbar, wer in einer Region bereits mit Familien arbeitet und welche Angebote es gibt. Gerade für die unterschiedlichen Lebenslagen und Bedürfnisse von Familien ist eine gute Vernetzung zentral. Deshalb kann ich vielen Dekanaten und Kommunen nur ans Herz legen, solche Netzwerke bewusst zu stärken. Tragfähige Verbindungen entstehen dort, wo Kirche, Kita, Familienbildungsstätten, -beratung, -seelsorge, Gesprächsgruppen oder andere Unterstützungsangebote miteinander im Austausch stehen und gemeinsam mit und für Familien wirken.
Zum anderen nehme ich aus dem Fachtag die Bestärkung mit, dass es uns guttut, stärker aus unseren institutionellen Logiken herauszutreten. Oft liegen gute Ideen direkt nebenan – nur in einem anderen Handlungsfeld. Wie viele kreative Anregungen für Kindergottesdienste finden sich beispielsweise bei Elementarpädagog*innen aus den Kitas – und umgekehrt. Ebenso wertvoll sind fachliche Fortbildungsangebote aus der Familienbildung für Ehrenamtliche in Gemeinden. Genau in diesem gegenseitigen Lernen liegt großes Potenzial für die Weiterentwicklung von Familienarbeit.















