Herzensanliegen teilen – Die Kunst, über den Glauben zu reden
Ansprechpersonen
Gunter Wissel
Christian Probst
Hauskreise sind mehr als geselliges Beisammensein. Sie sind lebendige Bausteine der Gemeinde – Orte, an denen Menschen in kleinen Gruppen zusammenkommen, meist in Privathäusern. Dort lesen sie die Bibel, sprechen über Glaubens- und Lebensfragen, beten und unterstützen einander. Hauskreise schaffen Raum, um eigene Gaben zu entdecken und Aufgaben zu übernehmen. Sie bieten ein Zuhause für alle, die eine tiefere Begegnung mit Gott, sich selbst und anderen suchen.
Der Bayerische Hauskreistag 2026 wollte diesen Schatz heben – und zugleich die Frage stellen: Wie tragen wir das, was uns bewegt, nach außen? Wie gelingt es, über den Glauben auch außerhalb der eigenen Gruppe zu sprechen?
Ein Tag voller Übungen, Geschichten und Begegnungen
Am 9. Mai 2026 trafen sich in der Wirkstatt evangelisch in Nürnberg rund 30 Teilnehmende aus über sechs Hauskreisen – einige reisten von weit her, ein Hauskreis war sogar komplett vertreten. Mit dabei: Dr. Fabian Vogt von der Zukunftswerkstatt midi in Berlin – Referent, Autor und Künstler mit einem Schwerpunkt auf Sprachfähigkeit. Mit einfachen, aber eindrücklichen Übungen führte er die Gruppe ins Gespräch. Ein Teebeutel wurde zum Bild für einen Menschen, der im heißen Wasser des Glaubens sein Aroma entfaltet. Ein einziges Wort, das den eigenen Glauben beschreibt, gewann durch eine persönliche Geschichte Tiefe.
„Die Menschen wollen keine dogmatischen Richtigkeiten hören. Sie wollen wissen, was du erlebt hast“, erläutert Vogt den Teilnehmenden. Anhand von Beispielen zeigte er, worauf es ankommt: Nicht perfekte Begründungen oder dogmatische Überzeugungen machen den Glauben greifbar, sondern persönliche Erfahrungen. Erzählen statt erklären – das ist der Schlüssel, um die Botschaft von Gottes Liebe lebendig werden zu lassen. Natürlich wurde auch besprochen, warum es oft schwerfällt, über den eigenen Glauben zu reden. Doch die Übungen, die einfühlsame Anleitung und die angenehme Atmosphäre in der Wirkstatt nahmen den Teilnehmenden die Scheu. Stattdessen bereicherten ihre Geschichten die Runde und schenkten neue Motivation.
Gemeinsam feiern – das Herz sichtbar machen
Den Abschluss bildete ein gemeinsamer Gottesdienst, gestaltet nach dem paulinischen Prinzip: Jeder bringt etwas ein. Dieser Gottesdienst spiegelte die Ermutigung des Tages wider und machte sichtbar, was die Teilnehmenden bewegte. Fabian Vogt bereicherte den Abschluss nicht nur mit seinen Impulsen, sondern auch mit seinem musikalischen Talent. „Ich fahre inspiriert und bereichert nach Hause“, so verabschiedete sich eine Teilnehmerin von Fabian Vogt, Christian Probst und Gunter Wissel (beide Wirkstatt evangelisch) – den Initiatoren des Hauskreistages. Sie fügte hinzu: „Danke, dass ihr die Hauskreise in Bayern im Blick habt. Macht weiter so!“
Die Wirkstatt evangelisch begleitet Hauskreise in der Evang.-Luth. Kirche in Bayern – theologisch, methodisch und konzeptionell. Sie entwickelt Ideen und Impulse, begleitet Hauskreise und stärkt das Zusammenspiel von Hauskreisen und Gemeinden.